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170 Teilnehmende beim Tag für Mitarbeitende!

17. Mrz 2016

“Ganz wichtig, dass es diesen Tag gibt“
170 Teilnehmer beim „Tag für Mitarbeitende in der Kinder und Jugendarbeit“ in Herborn

Von Klaus Kordesch.

Herborn (klk/eöa). Wenn es den „Tag für Mitarbeitende in der Kinder und Jugendarbeit“ nicht gäbe, müsste man ihn erfinden – dieser Meinung sind ganz offensichtlich immer mehr dieser unentbehrlichen Helfer in den evangelischen Kirchengemeinden aus den sechs Dekanaten in der Propstei Nord-Nassau. Rund 170 von ihnen sind am Samstag nach Herborn gekommen, um sich für ihre Arbeit inspirieren zu lassen und Gleichgesinnte zu treffen.

Aus rund 20 Workshops konnten die Teilnehmer zwei auswählen, in denen sie dann vor- und nachmittags jede Menge Wissenswertes, Anregungen und Tipps für ihre praktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erhielten. Gegliedert waren die Seminare in die Themenbereiche „Verkündigung“, „Persönlicher Glaube“, „Pädagogik“, Spielpädagogik“, Praxis“ und Kreativität. Entsprechend weit gespannt waren die Workshops inhaltlich: Man konnte sich beispielsweise „kreative Zugänge zur Bibel“ mit dem Biedenkopf-Gladenbacher Dekanatsjugendpfarrer Stefan Föste verschaffen, „Madball“ mit dem EKHN-Landesjugendreferent Robert Mehr spielen, sich bei Pfarrer Olaf Schmidt über Pro und Contra der Mission von Flüchtlingen oder den Umgang mit Trauer bei Kindern Gedanken machen. Außerdem gab es zum Beispiel „Inklusive Spiele“, bei denen jeder mitmachen kann, und Anregungen zum T-Shirt-Druck mit selbst gebauten Stempeln.

Kreativ war auch Luisa aus Bottenhorn, die mit Gemeindepädagogin Isabella Wabel in der Alten Schmiede in Uckersdorf in die Holzbearbeitung hineinschnupperte. „Wir haben Holzkreuze, Engel und Tierfiguren, aber auch ein Ostergrab gebastelt“, berichtete sie. Und dass sich niemand in den Finger gesägt hat. „Ich wollte was Praktisches machen“, erzählt Luisa weiter, die ihre Werkstücke zum Erzählen biblischer Geschichten im Kindergottesdienst nutzen will. Sie ist das erste Mal mit dabei beim „Tag für Mitarbeitende“ und findet: „Es ist toll, andere Leute zu treffen und ihre Ideen und Eindrücke zu erfahren“.

Viele kommen auch gerade wegen dieses Austauschs nach Herborn, manche schon seit vielen Jahren. Jacqueline aus Oberscheld ist schon zum vierten Mal mit dabei und freut sich, wenn sie Bekannte aus den Vorjahren wiedertrifft. „Es ist ganz wichtig, dass es diesen Tag gibt: So kann man andere Erfahrungen mitbekommen und eigene auch in eine große Gruppe bringen, nicht immer nur vor den gleichen Leuten“, findet sie. Jacqueline engagiert sich in der Oberschelder Mädchenjungschar und im Kindergottesdienst in Uckersorf und hat deshalb „Biblische Geschichten im Kindergottesdienst“ mit Gemeindepädagogin Kerstin Griesing besucht. „Es gibt viele Arten, Kindern solche Geschichten zu erzählen“, fasst sie ihre Eindrücke zusammen: „Wir haben Material dazu bekommen, Erzählmethoden kennengelernt und Tipps bekommen.“

Viele Bekannte aus den anderen Dekanaten wiedergetroffen hat auch Michael aus Weidenhausen, der zum dritten Mal nach Herborn gekommen ist, ganz spontan und ohne Anmeldung. „Neue Inspiration“ nennt er als Antriebskraft. „Es empfiehlt sich, immer zu kommen, weil es jedes Jahr neue Themen gibt, die uns ehrenamtlichen Mitarbeitern hilft, unsere Arbeit zu verbessern“, empfiehlt Michael, der sich über das Leiten von Gesprächsgruppen schlau gemacht und nachmittags mit Inhalt und Form christlichen Liedguts auseinandergesetzt hat. Geleitet hat diesen Workshop Klaus Grübener aus dem Dekanat Biedenkopf-Gladenbach – einer von rund 35 Mitwirkenden an diesem Tag und als Dekanatsjugendreferent im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach Veranstalter gemeinsam mit den Jugendreferenten aus den Dekanaten Bad Marienberg an der Dill (ehemals Dillenburg und Herborn), Runkel, Selters und Weilburg.

Christian Reifert, ebenfalls Dekanatsjugendreferent im Dekanat BIG – wie die dortige Dekanatsjugend “Biedenkopf-Gladenbach” zusammenfasst – hatte die Mitarbeitenden am Morgen in der Konferenzhalle namens seiner Kollegen willkommen geheißen. Er übernahm auch den geistlichen Impuls zu Beginn, da Dekan Roland Jaeckle Heimflug aus dem Urlaub wegen Schneetreibens abgesagt worden war. Mit einem SMS-Bibellesen – in Kleingruppen erfassten alle das Wesentliche einer Bibelstelle, um ihre Erkenntnis dann per SMS an Reifert zu senden, der sie vorlas – hatten sich die mehr als 200 Anwesenden anschließend auf den Mitarbeitenden-Tag eingestimmt.

Soweit der Bericht und die Bilder von Klaus Kordesch.

Zu guter letzt – hier die gesammelten SMS aus der Morgenandacht zum Lehrtext des Tages:
Jesus sprach: „Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie. Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre.“ Markus 4,26-28

  • „Wir bringen zwar nicht die Ähren zum Wachsen, aber wir können das Wachstum unterstützen, wie Düngemittel.“
  • „Die Samen stehen für die Mitarbeiter. Die Mitarbeiter wachsen in ihren Aufgaben, machen neue Erfahrungen und stärken ihren Glauben zu Gott. Mit ihren Ähren sähen sie neue Samen.“
  • „Die Saat ist gesetzt, aber wachsen müssen wir alleine.“
  • „Das ist frustrierend und entlastend gleichzeitig, zu wissen, dass Gott das Wachsen schenkt und wir ‚nur‘ Säen können.“
  • „Der Kreislauf des Glaubenlebens ist ein Natürlicher! Aber dennoch braucht es ein geeignetes Umfeld, Voraussetzungen unter denen der gute Samen gedeihen kann!“
  • „Gott will dass wir Frucht bringen, das Einzige was wir dafür tun müssen ist auf ihn zu vertrauen. Wir alle stehen auf einem Feld aber jeder ist individuell.“
  • „Vergesst nicht, dass es normal ist, dass ihr nicht wisst wie ihr wachst und wann ihr wachst. So wie der Samen die Sonne braucht, brauchen wir Gottes Hand über uns, denn alles hat seine Zeit und wir haben alles von Gott gegeben bekommen damit wir zur rechten Zeit wachsen.“
  • „Wir als Christen/*innen sähen die Samen des Reiches Gottes auf der Welt, doch er selbst sorgt fürs Gedeihen. Gott schläft nicht, er kann Großes bewirken.“
  • „Gott bewirkt das Wachstum in uns.“
  • „In der Welt gibt es Dinge, die wir nicht beeinflussen können,- wo Gott wirken kann – wo wir nicht wirken können.“
  • „Wir brauchen nur zu säen, den Rest macht Gott. Das Reich Gottes hat schon angefangen. Wie das Wort wirkt bei anderen, entscheidet Gott selbst.“
  • „Wenn wir das Wort Gottes weitergeben, ist wie wenn wir samen auswerfen, die Gott in den Menschen wachsen lässt ohne dass wir es vielleicht bemerken.“
  • „Durch einen kleinen Anstoß wächst Gottes Reich von alleine.“
  • „Reich Gottes= Aus etwas ganz kleinem kann etwas ganz großes werden, wenn man geduldig und gelassen Sachen reifen lässt.“
  • „Samen streuen= Weg weisen z.B. durch Andacht bzw. Impulse. Gott lässt diesen Samen (Glauben) durch seinen heiligen Geist wachsen, nicht wir Menschen.“
  • „Lasst uns mutig Gottes Wort weitergeben, auch wenn wir nicht wissen, wie es wächst. Gott schenkt Gedeihen.“
  • „Wir können andere nicht glaubend machen. WIR erzählen von Gott, streuen Samen aus. Wie der Same aufgeht weiß nur Gott allein, dass passiert bei jedem anders.“
  • „Das wichtige an unserem Glauben ist, dass wir nicht stehen bleiben, sondern uns fortwährend weiterbilden und entwickeln in GOTTES wundervollem Plan an uns.“
  • „Sobald ich Gott die Möglichkeit gebe, in mir zu wirken, fängt er selbst an seine Botschaft zu verbreiten und der Glaube wächst.“
  • „Wie haben wir eigentlich angefangen? Als Konfi-Mitarbeiter vielleicht? Jetzt sitzen wir hier mit 200 Menschen in einem Raum! Der Samen hat Frucht getragen.“
  • „Unsere Aufgabe ist es den Samen auszusähen. Die Botschaft Gottes in die Welt zu bringen!“
  • „Eigentlich ist es egal was wir machen, Hauptsache wir tun was und das mit (Spaß und) dem heiligen Geist! Gott macht was draus!“
  • „Der Mensch hat keinen Einfluss auf Gottes Zeitplan – wir können nur säen und ernten und lernen mit Missernten umzugehen.“
  • „Wir geben den Kindern Gottes Wort weiter und das ist vergleichbar mit vielen kleinen Samen die wir den Kindern einpflanzen und denen wir Wasser und Nährstoffe zum Wachsen geben.“
  • „Wir können Gottes Botschaft nur weitersagen. Was Gott daraus wachsen lässt, liegt in seiner Hand. Das finden wir gut.“
  • „Wir Mitarbeiter sehen den Samen in unserer Gemeinde. Alles fängt klein an und wächst dann heran.“
  • „Das Wunder des Wachsens liegt in Gottes Hand – beruhigend für mich!“
  • „Der Glauben und das Leben brauchen nur auf fruchtbaren Boden zu fallen und alles nimmt von selbst seinen Lauf.“
  • „An Gottes Segen ist alles gelegen. Man muss das Leben vorwärts leben, aber nur rückwärts verstehen.“
  • „Positives aufgebracht, wächst von selbst ins Vielfache – es braucht nur Zeit zum Wirken.“