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Wort zum Sonntag

15. Mai 2016

Stefan Föste, Dekanatsjugendpfarrer

Stefan Föste, Dekanatsjugendpfarrer

Zu den Erlebnissen beim Christival hat Stefan das Wort zum Sonntag für den Hinterländer Anzeiger geschrieben.

 
“Ein lauer Frühlingsabend. Ich schlendere durch den Karlsruher Schlosspark. Ein Mann winkt von weitem. Ruckzuck sitze ich auf einer Picknickdecke. Doch nicht allein. Neben mir acht junge Menschen und der Gastgeber. Er hat reichlich Essen vorbereitet. Er hat sich auf uns gefreut. Nebenan empfängt seine Frau weitere Jugendliche ebenso großzügig. Und ringsum liegen noch mehr Picknickdecken! Ich sehe über zehntausend Menschen Hände schütteln, bestaune Gastfreundschaft.

Die Szene ist kein Wunschtraum, sie hat sich letzten Samstag so abgespielt. Für mich war das der Höhepunkt des Jugendtreffens „Christival“. Die Karlsruher haben es geschafft: Tausende wurden satt durch Gemeinschaft und Teilen, fast wie einst bei Jesus selber. Ich werde von der Speisung der Fünftausend nicht mehr erzählen, ohne mich an dieses berührende Erlebnis zu erinnern.

Das Christival dauerte das ganze lange Himmelfahrtswochenende. Sein Thema: „Jesus versöhnt“. Ich bin sicher, dass er das kann. Aber leicht ist es nicht mit uns Menschen. Versöhnung stiftet selbst Jesus nicht im Vorbeigehen. Dafür braucht er mehr als Gemeinschaft und Teilen. Er braucht Leute, die umkehren, füreinander Grenzen überwinden, wie an Pfingsten. 2. Kor. 5,19-20 (Basisbibel) beschreibt den Auftrag: „Ja, in Christus war Gott selbst am Werk, um die Welt mit sich zu versöhnen. Er hat den Menschen ihre Verfehlungen nicht angerechnet. Und uns hat er sein Wort anvertraut, das Versöhnung schenkt. Wir treten also anstelle von Christus auf. Es ist, als ob Gott selbst die Menschen durch uns einlädt. So bitten wir anstelle von Christus: Lasst euch mit Gott versöhnen!“

Jesus traut uns was zu. Menschen können Streit begraben. Familien, Gemeinden, Generationen können aufeinander zugehen. Das ist Gottes Anliegen. Seine Einladung gilt. Ohne dieses Ziel stünde ein Christentreffen in der Gefahr, im eigenen Saft zu schmoren. Das hat mein Gastgeber verhindert. Er hat die Jugendlichen an Jesu Stelle eingeladen, das können sie weitergeben. Und das Tollste: Der Mann hieß Stefan, hatte drei Töchter und einen Sohn, wie ich. Wirklich wahr.”